Kapitel 10: Im Rückspiegel ist alles klar

Warum lerne ich aus meinen Fehlern so wenig, obwohl ich sie erkenne?

Kurz gesagt: Weil das Gedächtnis ein schlechter Zeuge in eigener Sache ist. Wer den Ausgang kennt, hält ihn nachträglich für vorhersehbar, und Anleger erinnern ihre Renditen besser, als sie waren. Lernen setzt Aufzeichnungen voraus, die vor dem Ergebnis entstanden sind. Kapitel 10 zeigt das Entscheidungsjournal und seine Grenzen.

Was das Kapitel zeigt

So beginnt das Kapitel

Werner ist eine erfundene Figur, seine Depotauszüge und Beträge sind ausgedacht.

Es war der 70. Geburtstag von Werners Schwager, und irgendwann ging es, wie so oft, ums Geld. Ein Neffe erzählte, dass er sein erstes Depot eröffnet habe, und fragte in die Runde, ob man eigentlich wissen könne, wann der nächste Crash komme.

„Man kann es spüren“, sagte Werner. „2008 zum Beispiel. Das habe ich kommen sehen. Die ganzen Immobilienkredite in Amerika, das konnte nicht gut gehen. Ich war damals schon vorsichtig.“

Der Neffe nickte beeindruckt. Werner glaubte, was er sagte.

Aus Kapitel 10 von „Der Markt kennt deinen Kaufkurs nicht“. Das Buch erscheint als E-Book im Verlag der Triplemind GmbH; der Erscheinungstermin steht noch nicht fest.

Quellen, auf die sich das Kapitel stützt

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