Kapitel 4: Die Geschichte, die du glauben willst

Wie merke ich, dass ich nur noch Gründe für eine Entscheidung sammle, die schon gefallen ist?

Kurz gesagt: Daran, dass du kaum noch nach Gegengründen suchst. Der Bestätigungsfehler ist gut belegt: Menschen suchen und deuten Informationen so, dass sie zur eigenen Meinung passen. Kapitel 4 zeigt am Fall Wirecard, wie überzeugend eine gemeinsame Geschichte sein kann, und wie Umkehrprobe, Pre-Mortem und die Größe einer Position helfen.

Was das Kapitel zeigt

So beginnt das Kapitel

Die Angaben zu Wirecard in diesem Auszug stammen aus der Chronologie des Bundesfinanzministeriums; die Belege nennt das Buch in den Endnoten.

Im Jahr 2018 gab es an der deutschen Börse ein Unternehmen, über das die meisten Fachleute, die es beobachteten, ähnlich dachten. Es wickelte Zahlungen im Internet ab und wurde von der großen Mehrheit der Analysten zum Kauf empfohlen. Sein Name war Wirecard.

Was die Fachleute dachten, lässt sich ziemlich genau beziffern. Nach einer Auswertung, die das Bundesfinanzministerium 2020 in einer Chronologie veröffentlichte, standen den Anlegern 2018 an einem durchschnittlichen Tag 19 Kaufempfehlungen von Analysten zur Verfügung, dazu 8 Empfehlungen zum Halten und eine einzige Verkaufsempfehlung. 2019 waren es 22 Kaufempfehlungen, 4 zum Halten und 3 zum Verkaufen. Die Jahresabschlüsse des Unternehmens waren von 2009 bis 2018 von einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ohne Einschränkung bestätigt worden.

Aus Kapitel 4 von „Der Markt kennt deinen Kaufkurs nicht“. Das Buch erscheint als E-Book im Verlag der Triplemind GmbH; der Erscheinungstermin steht noch nicht fest.

Quellen, auf die sich das Kapitel stützt

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