Lexikon A–Z
Begriffe der Börsenpsychologie – kurz erklärt, mit Quellen und Belegstufe.
Die wichtigsten Begriffe der Börsenpsychologie, jeweils mit einer kurzen Antwort, dem, was die Forschung dazu belegt, und dem, was offen ist. Jeder Eintrag nennt seine Quellen und kennzeichnet, wie gut eine Aussage belegt ist.
A
- Ankereffekt
- Der Ankereffekt beschreibt, dass eine zuerst gesehene Zahl spätere Schätzungen in ihre Richtung zieht.
- Aufmerksamkeitseffekt
- Der Aufmerksamkeitseffekt beschreibt, dass Privatanleger bei Aktien, die gerade auffallen, deutlich mehr kaufen als verkaufen: nach Nachrichten, bei ungewöhnlich hohem Handelsvolumen oder nach extremen Kursbewegungen.
B
- Bestätigungsfehler
- Der Bestätigungsfehler ist die Neigung, Informationen so zu suchen und zu deuten, dass sie die eigene Überzeugung stützen.
- Börsenblase und Narrative
- Von einer Börsenblase spricht man, wenn Kurse weit über das hinaus steigen, was sich mit Erträgen begründen lässt, und später stark fallen.
D
- Dispositionseffekt
- Der Dispositionseffekt ist die Neigung, Aktien im Plus eher zu verkaufen als Aktien im Minus.
E
- Ergebnisverzerrung (Outcome Bias)
- Ergebnisverzerrung (Outcome Bias) heißt, eine Entscheidung nach ihrem Ergebnis zu bewerten statt nach dem, was man vorher wissen konnte.
F
- FOMO (Fear of Missing Out)
- FOMO steht für „Fear of Missing Out“, an der Börse die Angst, Gewinne zu verpassen, die andere machen.
G
- Glück oder Können
- An der Börse lassen sich Glück und Können schwer trennen, weil Ergebnisse stark vom Zufall abhängen.
H
- Herdentrieb
- Herdentrieb heißt, dass Anleger ihre Entscheidungen am Verhalten anderer ausrichten statt an eigenen Informationen.
- Home Bias (Heimatneigung)
- Home Bias bezeichnet die Neigung, einen überproportionalen Teil des Vermögens im eigenen Land anzulegen, gemessen am Anteil dieses Landes am Weltmarkt.
K
- Kontrollillusion
- Die Kontrollillusion ist der Glaube, Ereignisse beeinflussen zu können, die vom Zufall abhängen.
M
- Mentale Kontoführung
- Mentale Kontoführung beschreibt, dass Menschen Geld gedanklich in getrennte Töpfe einteilen und es je nach Herkunft oder Zweck unterschiedlich behandeln.
R
- Reueaversion (Regret Aversion)
- Reueaversion bezeichnet die Neigung, Entscheidungen so zu treffen, dass man sie später möglichst nicht bereut.
- Rückschaufehler
- Der Rückschaufehler (Hindsight Bias) ist die Neigung, ein Ereignis für vorhersehbarer zu halten, sobald man seinen Ausgang kennt.
S
- Selbstüberschätzung (Overconfidence)
- Selbstüberschätzung heißt, das eigene Wissen, Können oder die eigene Treffsicherheit höher einzuschätzen, als es gerechtfertigt ist.
Weitere Begriffe im Magazin
- Verlustaversion: im Artikel Verluste schmerzen doppelt?
- Vogel-Strauß-Effekt und kurzsichtige Verlustaversion: im Artikel Seltener ins Depot schauen?
- Referenzpunkt: in den Einträgen Dispositionseffekt und Ankereffekt